Photographien

 


Diese Bilder entstanden insofern intuitiv, als dass ich die Kamera umgehängt liess; sie somit also aus dem Bauch heraus aufnahm. Sie spiegeln meine Reise durch das China von 2007, in welchem ich lebte und das ich aus tiefem Herzen liebe; nicht zuletzt weil die Menschen der Rauheit der Umstände mit so viel innerlicher Selbstverantwortung begegnen: Das Leiden ist Teil des Seins, doch der einzelne ist ein Staubkorn in der Weite des Universums, weshalb also mit der eigenen Existenz andere bedrängen?
So empfand ich die Grundstimmung, obschon im Einzelnen die Rohheit autoritärer Strukturen durchaus seine Stacheln zeigte. Es lag somit an mir, in meiner Art, wahrzunehmen, nicht einzudringen in die Sphären der Menschen, sondern Dank der Maschine - Kamera - mich so sanft wie möglich zu arbeiten, aufzunehmen und mit offenen Augen, Wärme zurück zu geben für die aufgenommenen Momente.



In Jahr 2003 war ich eingeladen, an einer Konferenz in Elista, Kalmykien, zu Minderheitensprachen und Sprachpolitik in Europa und den Russischen Kleinstaaten Teil zu nehmen. Daraus ergab sich eine Reise nach Buryatien und China im Jahr 2005.
Damals begann ich mit der "blicklosen" Kamera - insbesondere im Dämmerlicht - zu experimentieren, hatte ich doch zuvor über 10 Jahre nicht mehr photographiert; denn es schien mir, dass die Suche nach dem ultimativen Bild mich an der Wahrnehmung der Welt hindere. Und bedürfen wir jener Bilder, die uns nicht in Erinnerung bleiben? Schliesslich haben sie ja unsere Herzen kaum berührt.
Im Sommer 2006 bereiste ich dann Nordthailand, Laos und Nordvietnam. Auf dieser Reise entstand auch die Idee für mein Projekt tourist watching.


 

Neben Menschenbildern versuchte ich mich immer wieder an Landschaften, insbesondere während meiner Reisen in Europa. Jedoch empfinde ich diese Bilder als wenig erfolgreich.

     

 

           
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